Editorial 2023

Liebe Leser*innen,

Hier ist es, das neue SGST-Programm für 2023.

Als das letzte Programm erschienen ist, stand die Idee einer hoffentlich in Kürze überwundenen Pandemie im Raum. „Zurück zum normalen Leben“ war die Parole, bei vielen verbunden mit der Idee, dieses Normale mit seinen Möglichkeiten und Chancen bewusster wahrzunehmen, sich aber auch mit den damit verbundenen Risiken und Nebenwirkungen kritischer auseinanderzusetzen.

Mittlerweile haben wir noch drastischere Einbrüche in unsere Ideen von Normalität hinnehmen müssen. Das Ende der Gewissheiten ist uns durch den Krieg in Europa noch präsenter geworden und möglicherweise wird zwischen diesem Junitag, an dem ich hier sitze, um einige Zeilen zu schreiben und der Veröffentlichung des Programms 23 in den nächsten Monaten noch anderes passiert sein, das wir uns auszumalen noch nicht imstande oder bereit sind.

Anfang der 2000-er Jahre haben Rudi Klein und ich eine systemische Weiterbildung in der westlichen Ukraine durchgeführt. Aus dieser Zeit stammt die Bekanntschaft mit einem Kollegenpaar. Seit Kriegsbeginn schreiben wir uns wieder. Kristina schildert sowohl das Normale als auch das Unfassbare. Sie fokussiert auch auf die Lichtpunkte, die trotz alledem das Leben lebenswert und das Dableiben in ihrer Heimat zur Zeit alternativlos machen. Sie schickt Fotos von Übernachtungen im Treppenhaus oder in der Badewanne und beschreibt auch, wenn sie gelegentlich wieder ausreichende Stunden am Stück schläft. Sie erzählt, dass sie zu 80 Prozent arbeiten kann, dass alles sehr teuer geworden ist, aber dass es noch genügend Essen gibt.

 

Und sie betont, wie sehr sie das Zusammensein mit ihrer Familie genießt. Alles im Bewusstsein, dass jeder Aspekt des Lebens sich von jetzt auf gleich existenziell ändern kann.

Was bleibt uns in diesen Zeiten? Das Pflanzen eines Apfelbaums? Oder sollte es doch besser ein an Hitzestress und Klimaveränderungen angepasster Ginkgo sein?

Oder das Planen der nächsten eigenen Entwicklungsschritte in Form einer unserer systemischen Fortbildungen, eines Seminars oder Ateliers!

Die eigene persönliche und/ oder berufliche Weiterentwicklung durch die intensive Beschäftigung mit systemischen Theorien begünstigt das Einnehmen unterschiedlicher Perspektiven und führt damit zu einer Erweiterung der Flexibilität im Denken, Fühlen und Handeln. Eine sinnvolle Ausrüstung für unsichere Zeiten.

Wir hoffen, dass Sie/Ihr in unserem neuen Programm fündig werdet.

In diesem Sinne wünsche ich Euch, Ihnen und uns Zuversicht und ausreichend viele Lichtpunkte.

Barbara Schmidt- Keller

Nachruf auf Jerzy Jakubowski

Unser Editorial war geschrieben und das vorliegende Programmheft in der Endredaktion. Alles schien seinen vermeintlich selbstverständlichen Lauf zu nehmen, „business as usual“, als uns aus dem Nichts heraus die schockierende Nachricht über den Tod von Jerzy Jakubowski erreichte. „Unser“ Jerzy, der gefühlt unsterblich schien, war plötzlich an einem Herzstillstand gestorben. Keine Chance auf Verabschiedung, geschweige denn Vorbereitung. Er stand mit 84 Jahren noch Mitten im Leben und trotzte der Corona-Pandemie gerade mit seinen Online-Formaten so flexibel und innovativ, wie man es einem Mann seines Alters nie zutrauen würde. Einfach bewundernswert! Jerzy war auch nach all den Jahren systemischen Arbeitens nie müde geworden, diesen Ansatz immer wieder neu zu erfinden. Er begeisterte die Teilnehmer*innen seiner Seminare nicht nur mit den gelehrten Inhalten, sondern vor allem mit seiner Persönlichkeit. Mit der natürlichen Autorität eines Lehrtherapeuten und Menschen, der sich nicht in den Vordergrund spielen muss und keine Allüren nötig hat.

Immer noch sehr berührt von seinem Tod mischt sich in unsere Trauer eine Dankbarkeit, ihn erlebt haben zu dürfen. Vieles von ihm, dürfen wir uns zum Vorbild nehmen und bewahren. Insbesondere seine Leidenschaft für Lösungen und Schaffenskraft. Ebenso seine unkonventionelle, positive und vor allem durch Gelassenheit geprägte Haltung durch´s Leben zu gehen. Dieses Leben ist nun zu Ende gegangen und wir Lehrtherapeut*innen der SGST werden ihn sehr vermissen. Für uns ist der Gedanke tröstlich, dass er dem folgenden Zitat in Bezug auf sein eigenes Leben vermutlich mit einem verschmitzten Lächeln zugestimmt hätte:

„Man lebt nur einmal, aber wenn man es richtig macht, dann reicht es auch!“
(Verfasser unbekannt)

Christian Roland

Das sind Wir

Die SGST wurde 1988 als ein interdisziplinärer Zusammenschluss von Psychotherapeuten und Psychotherapeut*innen aus den Fachgebieten Medizin, Psychologie, Pädagogik, Sozialarbeit und Sozialpädagogik gegründet. Später kam der Bereich Soziologie hinzu. Die SGST ist Gründungsmitglied der Systemischen Gesellschaft e.V. (Deutscher Verband für Systemische Forschung, Therapie, Supervision und Beratung). Dieser 1993 gegründete Dachverband vereint Institute und Gesellschaften sowie zertifizierte Einzelpersonen, die systemisches Denken und Handeln nutzen, um Individuen und sozialen Systemen professionelle Hilfe und Problemlösungen anzubieten.

Kontakt

Saarländische Gesellschaft für
Systemische Therapie und Beratung e.V.

Geschäftsstelle:
Monika Lackas
Hochwaldstr. 25
66663 Merzig

0151 - 41 99 39 59

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